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Urheberrecht

Fragen zum Urheberrecht

Jeder, der aufgrund eigener geistiger Leistung einen Text, ein Bild, ein Musikstück, ein Computer­programm, eine Web-Seite, einen Aufsatz, ein Comic oder ein anderes Kunstwerk herstellt, besitzt daran das Urheberrecht (Copyright). Oft steht neben einem Werk das Zeichen © mit Jahreszahl und Name des Rechteinhabers.

Wer das Copyright an einem Werk besitzt, der darf entscheiden, was damit geschieht: Ob es ge­druckt wird oder nicht, ob ein Film daraus gemacht wird, ob Spielfiguren dazu entstehen. Der Inhaber des Copyright lässt sich das natürlich gut bezahlen. (Darüber hin­aus können Firmen sich zusätzlich Warenzeichen eintragen lassen. Die Zeichen dafür sind zum Beispiel ™ oder ®. Das kostet Geld, und gilt nur für bestimmte Zeiträume. Außerdem muss man sein Warenzeichen auch benutzen, sonst verfällt es.)

Das Copyright erlischt nach einer bestimmten Zeit. Dann ist das Werk gemeinfrei, oder auf Eng­lisch: public domain. Diese Regelung ist von Land zu Land unterschiedlich und sehr kom­pliziert. In Europa gilt ungefähr: Das Copyright erlischt 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers. (In der Zwi­schenzeit liegt das Copyright bei dem oder den Erben.) Für die USA gilt außerdem: Fast alles, was vor 1923 in den USA erschienen ist, ist dort gemeinfrei.

Das führt dazu, dass ein britisches Buch, das 1922 in den USA erschien, dort in der public domain ist, in England aber noch ein Copyright darauf liegt (wenn der Autor noch keine 70 Jahre tot ist).

Oft kann man zusätzlich davon ausgehen, dass alles, was im Entstehungsland des Textes in der public domain ist, auch in anderen Ländern gemeinfrei ist.

Das Copyright kann nicht nur bei natürlichen Personen liegen, sondern auch bei Firmen. Wenn ein Comic-Verlag Texter und Zeichner anstellt, dann steht im Vertrag drin, dass alles, was die während ihrer Arbeitszeit erfinden, dem Verlag gehört. Darf man sein Auto "Mars" nennen, auch wenn der Name geschützt ist? Ja. Man darf aber keinen anderen Schokoriegel herausbringen, der so oder so ähnlich heißt.

Wer hat die Rechte an klassischer Musik? Wenn der Künstler lange genug tot ist, niemand. Das Werk ist gemeinfrei und man darf damit tun, was man will. Die Interpretation, also der Vortrag, eines solchen Werks ist aber geschützt, denn eine Interpretation ist eine eigene geistige Leistung. Plattenaufnahmen sind also rechtlich geschützt, bis das Copyright irgendwann mal abläuft. Es gibt Ausnahmen vom Copyright. Man darf vor allem aus einem Werk zitieren, wenn man es zum Beispiel in einem Buch oder einem Zeitungsartikel zitiert. Es muss aber immer kenntlich sein, was von einem selber ist und was nicht. Außerdem muss man immer die Quelle angeben, also das Buch mit Titel, Autor, Verlag nennen.

Zum Privatvergnügen darf man natürlich machen, was man will. Auf der Geburtstagsparty darf man an Platten spielen, was man will. Etwas anderes ist es bei öffentlichen Veranstaltungen, da muss man Gebühren dafür bezahlen, dass man aktuelle Pop-Musik spielt. Dazu gehören zum Beispiel auch Schulfeste. Wenn man eine Musik-CD kauft, darf man damit noch lange nicht machen, was man will.

In der Regel darf man auf seiner WWW-Seite nur gemeinfreies oder eigenes Material benutzen, es ist also nicht erlaubt, sich irgendwo Bilder zu holen und diese einzusetzen, obwohl das sehr oft gemacht wird – meist sogar ohne Quellenangabe!

Vielen Menschen ist nicht klar, welche Rolle das Urheberrecht spielt, wieso es überhaupt eines gibt, und warum es so wichtig ist. Deshalb haben sie auch kein Unrechtsbewusstsein. Wenn man darüber nachdenkt, sind Verstöße dagegen aber auch nicht anders als Schwarzfahren, Ladendiebstahl, oder in manchen Fällen sogar schwerer Diebstahl.

Urheberrecht bei Wikipedia.